Früher als in den letzten Jahren fand der traditionelle Germania-Pokal des ausrichtenden Vereins Germania 1904 Oberschindmaas e. V. in Glauchau bereits am 29. März dieses Jahres statt. Elf Sportlerinnen vom RfV 1900 Wiednitz in Begleitung ihrer Trainerinnen gingen an den Start.
Im 1er der Schülerinnen U11 zeigte Lea wieder einmal mehr ihr Können und sicherte sich Punktgleich mit einer anderen Sportlerin Platz 2. Luisa, Lilli und Lotta überzeugten mit guten Vorstellungen bei den 1er Schülerinnen in der U13. Lilli und Lotta traten zudem auch im 2er der Schülerinnen an und konnten sich gegen die starke Konkurrenz aus Zwickau und Glauchau mit Platz 2 durchsetzen.
Ein spannendes Duell bot sich in der Disziplin 1er der Juniorinnen, wo sich die Schwestern Annika und Helene ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten. Am Ende konnte Annika knapp die Oberhand behalten und sich den Pokal sichern, während Helene mit einem ebenso starken 2.Platz überzeugte.
Auch in den Mannschaftsdisziplinen waren die Juniorinnen erfolgreich. Als Alleinstarter im 4er-Wettbewerb gewannen Annika, Helene, Hermine und Stella trotz kleinerer Schwierigkeiten mit der Fläche den Germania-Pokal.
Ebenfalls als Alleinstarter bewies das 6er-Team der Juniorrinnen mit Helene, Lara, Lena, Hermine, Sophie und Stella Nervenstärke, meisterte einige Herausforderungen und wurde ebenfalls mit dem Germania-Pokal belohnt.
Zusammenfassend war es ein erfolgreicher Wettkampftag für unseren Verein in Glauchau. Die gezeigten Leistungen lassen auf weitere Erfolge in der laufenden Saison hoffen. Wir danken dem Germania 1904 Oberschindmaas e. V. für die Ausrichtung des Wettkampfes, sowie den Trainerinnen Bianca und Pauline und den mitgereisten Daumendrückern.
Am Samstag, den 8.2.2025, mussten die Herzen der Hallenradsportbegeisterten einfach höherschlagen.
Aber aus welchem Grund?
Man könnte sagen alles Schlechte hat auch etwas Gutes:
2025, der Grüne Wald Bernsdorf – immer noch kaputt!
Der Saal im Jägerhof als Ausweichquartier vom Bernsdorfer Karnevalsclub an genau diesem Wochenende von Narren belegt!
Kommissäre im Kunstradsport ein knappes Gut, daher Terminverschiebung und Zusammenlegung zweier Meisterschaften.
So ging es 9Uhr los, in der Sporthalle, in Wiednitz, mit Kunstradsport …
Im ersten Durchgang ermittelten alle Aktiven aus Wiednitz ihre Kreismeister in den verschiedenen Altersklassen und Disziplinen. Zu der ab 11Uhr stattfindenden Bezirksmeisterschaft hatten sich noch Sportler und Sportlerinnen aus Dresden hinzugesellt.
Lag es am Wetter? Oder lag es an der Sporthalle? Oder an der Attraktivität der gezeigten Leistungen? Man weiß es nicht, auf jeden Fall gab es vom überraschend zahlreich erschienenen Publikum viel Applaus und Anerkennung, als gegen 15Uhr die Meisterinnen und Meister mit der obligatorischen Siegerschleife geehrt wurden.
Nach kurzer Ruhe und etwas Erholung für die unterstützenden Vereinsmitglieder und Eltern ging es dann 16Uhr schon weiter – Programmwechsel, hin zum Radball. Letzte Vorbereitungen, Einspielen, Begrüßung und Start in der Wiednitz Radball-Arena um 18Uhr.
Patrick Richter und Sullivan Pittner traten vor heimischer Kulisse in der 2. Radballbundesliga an und mussten ordentlich Gas geben. Nach der mageren Ausbeute von nur einem Punkt aus der ersten Runde am 11.1.2025 in Leipzig hieß es nun, Boden gutzumachen.
Und man kann sich nicht beschweren: Gegen 21.45Uhr standen nach aufregenden und spannenden Spielen und phantastischem Publikum 10 Punkte mehr auf dem Haben-Konto. Was für eine Leistung!
Wir wünschen allen Beteiligten alles Gute und viel Erfolg für die nächsten Wettkämpfe.
Brechend voll war der Saal des Jägerhof am 14.12.2024 ab 13:30Uhr. Der Einladung zur traditionellen Vereinsmeisterschaft im Kunstradsport des RfV 1900 Wiednitz e.V. waren mehr als 140 Gäste gefolgt.
Frau Kirfe und Herrn Delling von der Lausitzer Seenland Stiftung überraschten die Vereinsmitglieder mit der Übergabe eines Schecks in Höhe von 4000€. Mit dieser sehr großzügigen und dankeswerten Unterstützung war der Verein in der Lage, allen Aktiven neue Wettkampf-T-Shirts zur Verfügung zu stellen.
In dem sehr weihnachtlich dekorierten Objekt zeigen die Starter des Vereins im direkten Vergleich ihr Können und eiferten um die beste Tageswertung auf dem Weg zur goldenen Trophäe: dem Arno-Koschminder-Pokal. Mit einer souverän ausgefahrenen Kür wurde dieser begehrte Pokal während der Siegerehrung dem Frauen-4er übergeben. Groß und Klein überzeugten durchgängig mit guten Leistungen und das Publikum spendete zahlreich Applaus.
Im Rennen um den Herbert-Natusch-Ehrenpreis, von einer Tochter des Namensgebers (Angela Passora) übergeben, gab es eine knappe Entscheidung. Der 2er mit Lilli und Lotta Kiebusch, der Schülerinnen-4er mit Paula Kade, Hanna Lotta Andreke, Fabienne Peschke und Sarah Opitz sowie der Elite-4er mit Charlott Boden, Nadine Jenchen, Hannah Schulze und Anna Buchwald lieferten sich in der Publikumsgunst ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit nur einer Stimme Vorsprung und strahlenden Augen hielten gegen 17Uhr die vier jüngsten Mannschaftssportlerinnen des Vereins den Ehrenpreis in ihren Händen.
Bei den 1ern stand Annika Däbritz mit 0.14 Vorsprung vor ihrer Schwester Helene auf Platz 1, Lea Schmidt erfuhr sich den 3.Platz.
Mit einem winterlichen Showprogramm der besonderen Art auf den Rädern bedankten sich die Sportlerinnen beim Publikum, welches seinerseits dieser gelungenen Darbietung mit langen Applaus Respekt und Anerkennung ausdrückte.
Wir bedanken uns bei all denen, die uns so tatkräftig bei der Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung unterstützt haben.
Text: Sven Müller
Bilder: Katrin Däbritz
Scheckübergabe Frau Kirfe / Herr Delling Lausitzer Seenland Stiftung
Am 16.11. waren wir mit acht Sportlerinnen, der Trainerin Bianca und einer kleinen Eltern-Fangruppe beim 4. Lok-Cup in Mosel zu Gast – und kehrten mit herausragenden Erfolgen zurück!
In allen angetretenen Disziplinen erreichten unsere Mädels Spitzenplätze:
• 1er Kunstradsport U11 Schülerinnen: Lea holte verdient Platz 1. • 1er Kunstradsport Juniorinnen: Anika und Helene belegten souverän Platz 1 und 2. • 4er Kunstradsport Juniorinnen: Stella, Hermine, Anika und Helene fuhren mit toller Leistung ebenfalls auf Platz 1. • 6er Kunstradsport Juniorinnen: Für ihre beeindruckende Darbietung wurden Stella, Lara, Hermine, Sophie, Lena und Helene ebenfalls mit Platz 1 belohnt.
Wir sind stolz auf diese tollen Leistungen, gratulieren unseren Sportlerinnen herzlich und danken dem ESV Lokomotive Zwickau e.V. für die hervorragende Ausrichtung des Wettkampfs.
Am 21.9.2024 stand es fest … nach 4 Wettkampftagen in der Bezirksliga der U11 dürfen sich Konstantin Zschech und Oskar Gadke jetzt Bezirksmeister 2024 nennen. Mit 5 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten ist dies in ihrer ersten Saison eine sehr schöne Leistung. Herzlichen Glückwunsch den beiden.
Der Samstag (4.5.2024) war wieder einmal sehr erfolgreich für unsere großen und kleinen Sportlerinnen in Mosel.
Dabei belegten Lilli und Lotta Kiebusch im 2er Kunstrad Schülerinnen einen sehr guten dritten Platzmit einer ausgefahrenen Punktzahlvon 17,65 Punkten.
Im 1er Kunstradsport der Schülerinnen U11 wurde Lea Schmidt mit einer ausgefahrenen Punktzahl von 35,29 Punkten Sachsenmeisterin. Dicht dahinter sicherte sich Lotta Kiebusch den dritten Platz mit 35,20 Punkten, gefolgt von ihrer Schwester Lilli Kiebusch auf Platz 4 mit 32,45 Punkten.Platz 5 belegte Paula Kade mit einer ausgefahrenen Punktzahl von 30,42 Punkten.
Im 4er Kunstradsport der Schülerinnen wurden Hanna-Lotta Andreke, Fabienne Peschke, Sarah Opitz und Paula Kade zum erstenMal Sachsenmeisterinnen mit einer ausgefahrenen Punktzahl von 37,50 Punkten.
Lucie Pohling belegte den 5. Platz im 1er Kunstradsport der Schülerinnen U13 mit einer ausgefahrenen Punktzahl von 25,67 Punkten.
Als letzte Starterinnen an diesem Tag sicherten sich unsere Frauen mit Charlott Boden, Anna Kathleen Buchwald, Hannah Schulze und Nadine Jenchen ebenfalls den Sachsenmeistertitel mit einer ausgefahrenen Punktzahl von 231,30 Punkten.Damitkönnen sie außerdem eine neue Bestleistung vermerken.
Wir wünschen unseren Sportlerinnenauchbei den nächsten Wettkämpfen viel Erfolg und bedanken uns bei allen Trainerinnen und Unterstützern die mitvor Ort waren.
Am 23. Und 24.3. haben sich zu ihrem jeweils letzten Durchgang der laufenden Saison die Schüler der U15 und der U13 getroffen, um sich in spannenden und packenden Spielen gegenseitig zu messen. Am Samstag wurden Ben Schmidt und Fabian Zschech ihrer Favoritenrolle gerecht. Im krankheitsbedingt ausgedünnten Starterfelder (nur 4 von 7 Mannschaften traten an) konnten sie sich an diesem Heimspieltag mit Gewinnen in allen drei Spielen durchsetzen und erneut 9 Punkte sichern. Zur Siegerehrung der Gesamtwertung standen sie ganz oben auf dem Treppchen – Sachsenmeister 2024.
Starterfeld U15 Sachsen 2024
U15 Wiednitz – Fabian Zschech, Trainer Heiko Zschech, Ben Schmidt
Am Sonntag traten fünf Mannschaften der U13 an, auch hier gab es einen Ausfall. Im internen Duell von Tim Schmidt und Nik Oraftschick (Wiednitz 1) gegen William Glätzner und Niko Oraftschick (Wiednitz 2) unterlag die 2. Mannschaft knapp. Auch den anderen Spielen ließ Wiednitz 1 keine Punkte liegen und überzeugte mit spielerisch interessantem Radball, der Hoffnung macht. Wiednitz 2 besann sich ebenfalls auf seine Stärken und fuhr weitere Punkte ein. Am Ende des Wettkampfes entsprach die Tageswertung auch der Gesamtwertung: Platz 1 und somit Sachsenmeister Wiednitz 1 und Vize-Meister Wiednitz 2. Auf dem 3.Platz standen die Sportfreunde von Lückersdorf-Gelenau.
Starterfeld U13 Sachsen 2024
U13 -Niko Oraftschick, William Glätzner, Trainer Hagen Stehr, Tim Schmidt, Nik Oraftschick
An beiden Tagen wurden die Spieler vom zahlreichen Publikum lautstark unterstützt. Nun gilt es sich in den am 20.4. anstehenden Viertelfinalrunden zu bewähren. Die U15 tritt in Wiednitz an, die U13 reist nach Thüringen und Bayern. Der RfV 1900 Wiednitz e.V. wünscht viel Erfolg.
Ein Bericht von Nadine Jenchen, Hannah Schulze, Anna Buchwald, Charlott Boden, Anja Preuß
Am Donnerstag, dem 29.02.2024 starteten wir unsere erste zehnstündige Etappe bis Südtirol. Nach einer Zwischenübernachtung fuhren wir am Freitag weitere sechs Stunden nach Tarquinia. Dort nutzten wir den Nachmittag, um uns mit der neuen Fläche vertraut zu machen. Wir gingen mit einem guten Gefühl ins Bett. Am nächsten Morgen nach einem kurzen Frühstück ging es für uns wieder in die Halle. Wir nutzten noch einmal die Möglichkeit vor dem Wettkampf, die Fläche zu befahren. Gegen 11 Uhr begann der Wettkampf mit dem Einlauf der Nationen. Wir alle realisierten in diesem Moment erst richtig, dass wir an diesem Tag an unserem ersten internationalen Wettkampf teilnehmen werden. Nach der Eröffnung begannen wir mit unserer gewohnten Wettkampfvorbereitung bis zu unserem Start. Unsere Disziplin eröffnete eine Mannschaft aus Frankreich, um 13:20 Uhr. Nach einer Verzögerung betraten wir die Wettkampffläche, um 13:45 Uhr. Unsere Kür absolvierten wir leider nicht ganz fehlerfrei. Dennoch sind wir sehr zufrieden und glücklich mit unserer Leistung. Nach uns starteten noch ein Team aus der Schweiz und das zweite deutsche Team. Letztendlich gewann die Schweiz, gefolgt von der deutschen Mannschaft des RV Mainz-Ebersheim und uns, auf Platz 3. Unseren Erfolg feierten wir dann am Mittelmeer mit einem schönen Sonnenuntergang. Insgesamt war der erste Weltcup eine aufregende und emotionale Erfahrung für alle Beteiligten.
Wir freuen uns jetzt schon auf den Weltcup im August in Hongkong.
Wer unsere Teilnahme am Weltcup in Hongkong unterstützen möchte, kann das gerne über das 99-Funken-Projekt der Sparkasse tun.
Unter diesem Link schreiben unsere vier Frauen über ihre Erlebnisse rund um die Worldcup-Serie 2024.
Der RfV Wiednitz war am Samstag Gastgeber der Junioren-Sachsenmeisterschaften und sicherte sich in drei von sechs Wettbewerben jeweils den Titel.
Im 1er-Kunstrad, wo es mit fünf Sportlerinnen das größte Starterfeld gab, setzte sich die favorisierte Annika Däbritz im Schwesterduell gegen Helene durch. Annika hat dabei die erforderlichen 90 Punkte zur Qualifikation für das Halbfinale bei den Junior-Masters am 6. April geschafft.
Weitere Titel für Wiednitz holten jeweils der 4er mit Helene Däbritz, Hermine Marwan, Annika Däbritz und Stella Pittner sowie der 6er mit Hermine Marwan, Stella Pittner, Helene Däbritz, Lara Sophie Rieger, Sophie Schüler und Lena Sophie Sofin.
Wiednitzer 6er-Juniorinnen Mannschaft
Beide Juniorenteams haben die Quali für das Halbfinale des Junior-Mannschaft-Cups am 16. März in Aach geschafft und dürfen damit weiter um den Einzug ins Finale fahren.
Im Rahmen der Meisterschaft wurden auch fünf Vergleichswettkämpfe in der Elite-Klasse und ein Mannschaftswettbewerb ausgetragen.
Der Wiednitzer Damen-4er mit Charlott Boden, Anna Buchwald, Hannah Schulze und Nadine Jenchen, der am kommenden Samstag in Italien beim Weltcup an den Start gehen wird, belegte jeweils den 1. Platz, wobei er im Mannschaftswettbewerb den Juniorinnen-4er und den Juniorinnen-6er vom heimischen RfV Wiednitz hinter sich ließ.
Starterfeld LV 2024
Perspektive Kampfgericht
Text: Sven Müller / Ralf Grunert
Quellen-Angabe: Hoyerswerdaer Tageblatt/Sächsische Zeitung vom 27.2.2024
Der Wiednitzer Kunstrad-Vierer mir Nadine, Hannah, Charlott und Anna hat den Sprung auf das internationale Parkett geschafft.
Der „Gegentorfahrt-Steiger-rückwärtsgleichzeitig“ ist schon lange kein Problem mehr. Das war im Alter von 12- und 13 Jahren noch anders. Jetzt kommt es für die Anfang 20-jährigen Nadine Jenchen, Hannah Schulze, Charlott Boden und Anna Buchwald vom Radfahr-Verein (RfV) 1900 Wiednitz darauf an, deutlich schwierigere Elemente wie etwa die „Remmlinger Drehung“ absolut synchron und ohne Wackeln aufs Parkett zu zirkeln. Geschehen soll das demnächst bei zwei UCI-Weltcup-Wettbewerben im Kunstradfahren – zuerst am 2. März in Tarquinia bei Rom und im Sommer am 11. August in Hongkong.
Erst gescherzt, dann sprachlos
Das Jahr begann für die vier Kunstradfahrerinnen mit einem Paukenschlag: Beim ersten Training am 6. Januar waren sie von Trainerin Anja Preuß überrascht worden. Diese hatte bereits am 27. Dezember vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) die Anfrage bekommen, ob der Vierer nicht bei diesen beiden Weltcups an den Start gehen möchte. Die jungen Damen waren erst einmal baff. „Wir hatten vorher schon von den Weltcup-Terminen gehört und wo es hingehen soll“, erzählt Anna. „Und wir haben gescherzt, dass die anderen wohl nicht nach Hongkong fahren werden, weil es ihnen zu weit ist.“ Dass daraus Ernst werden würde, damit hatte jedoch niemand gerechnet. „Wir waren alle sprachlos. Wir haben es gar nicht glauben können“, beschreibt Charlott die erste Reaktion. Und Anna fügt hinzu: „Es war ein Traum, dass wir aus dem kleinen Wiednitz mal so groß starten dürfen.“ Und das auch noch in einer so weit entfernten Metropole wie Hongkong. „Wir wissen nicht, wann und ob wir diese Chance je wiederbekommen.“ Die Sportlerinnen und ihre Trainerin waren sich daher schnell einig, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um diese Weltcups wahrzunehmen. „Auch wenn es Hongkong ist – und das für nur fünf Minuten Fahren“, merkt Charlott an. In diesen fünf Minuten sind 25 verschieden Übungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Punktwerten auf das Parkett zu zaubern. Vorgetragen wird das Programm nach einer von Hannah auf dem Klavier eingespielten Musik, die das Quartett seit 2017 begleitet. Langweilig wird das nicht, versichern die Kunstradfahrerinnen. „Im Gegenteil, die Musik wirkt auf uns sogar beruhigend.“ Das helfe gegen die Nervosität vor dem Wettkampf.
Freuen sich auf das bevorstehende Weltcup-Abenteuer: (v.l.) Hannah Schulze, Charlott Boden, Trainerin Anja Preuß, Anna Buchwald, und Nadine Jenchen.
Ehrgeiz und Zusammenhalt
Den Wiednitzer Vierer mit Nadine, Hannah, Charlott und Anna gibt es seit 13 Jahren in der gleichen Besetzung. Als deutsche Vize-Meister bei den Schülerinnen A haben sie 2016 schon frühzeitig auf das in ihnen schlummernde Potenzial aufmerksam gemacht. Inzwischen können sie auf neun Sachsenmeistertitel und acht Titel als Ostdeutsche Meister verweisen. „Ehrgeiz und Zusammenhalt“, ist für sie der Schlüssel zum Erfolg. „Weil sie alle wollen und wissen, was sie wollen. Es gibt immer Höhen und Tiefen. Aber hier überwiegen die Höhen“, ergänzt Trainerin Anja Preuß. Allein schon die vier jungen Damen zum Training unter einen Hut zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Drei von ihnen studieren außerhalb, eine absolviert eine Ausbildung. Trainiert wird daher am Montag zwei Stunden zu dritt. Nur am Freitag und Samstag ist das Quartett vollständig und sitzt mindesten jeweils zwei Stunden auf dem Rad. „Manchmal sind es auch bis zu drei oder vier Stunden“, merkt Charlott an. Darüber hinaus wird selbstständig unter der Woche Kondition und Kraft trainiert. Selbstdisziplin ist gefragt. „Man weiß, wofür man das alles macht“, sagt Anna. „Man hat ein Ziel vor Augen.“ Und Erfolg motiviert. Den Weg auf das internationale Parkett haben sich die vier Wiednitzerinnen mit ihrem Abschneiden bei den Wettkämpfen im vergangenen Jahr geebnet. Ausgangspunkt war der Bundespokal im Einradsport, bei dem sie zu den fünf Besten gehörten und sich so die Teilnahme an den Qualifikationsrunden für die Weltmeisterschaften gesichert haben. In deren Ergebnis belegten Nadine, Hannah, Charlott und Anna den 4. Platz, der die Aufnahmen in den aus vier Teams bestehenden BDR-Trainingskader bedeutete. Da einer der in diesem Kader vor ihnen platzierten Vierer die Besetzung verändert und so den Kader-Platz verloren und ein weiterer Vierer auf sein Startrecht verzichtet hat, rückten die Wiednitzer auf den 2. Platz im Kader. Und der berechtigt zur Teilnahme an der Weltcup-Serie.
Zehntelpunkte entscheiden
Die Starterliste für den Wettkampf in Italien steht bereits fest. Es sind wenige Punkte, die zwischen den besten vier Mannschaften, darunter Wiednitz, liegen. Die schärfsten Konkurrentinnen kommen aus Deutschland und der Schweiz. „Es ist alles möglich“, sagt Charlott. „Es können Zehntelpunkte darüber entscheiden, wer welchen Platz belegt.“ Die Weltcup-Serie insgesamt besteht aus vier Wettkämpfen. Die Wiednitzer sind nur bei zwei davon am Start, weil der Verzicht des vor ihnen im Trainingskader platzierten Vierers nur für die Weltcups in Italien und China gilt. Zwangsläufig sind sie auch benachteiligt, was die Weltcup-Gesamtwertung angeht. „Wir freuen uns aber trotzdem, dass wir die Chance bekommen haben, überhaupt teilzunehmen“, sagen die Sportlerinnen.
Der Wiednitzer Damen-Vierer beim Training in der heimischen Sporthalle. Zum Wettkampf- Programm gehören 25 Übungen, die in fünf Minuten zu absolvieren sind.
Unterstützung ist willkommen
Das Weltcup-Erlebnis ist für die Wiednitzer eine kostspielige Sache. Nach Italien geht es mit dem Auto. Das ist noch mit einem überschaubaren Aufwand zu bewerkstelligen. Eine ungleich größere Herausforderung wird da die Tour nach Hongkong, insbesondere auch hinsichtlich der Logistik und der Kosten, schließlich gehen auch die Wettkampfräder mit auf Reisen. Da der Weltcup im Gegensatz zur Weltmeisterschaft als Wettbewerb auf Vereinsebene betrachtet wird, gibt es vom BDR keine Unterstützung. Beim Sächsischen Radfahrerbund läuft noch eine Anfrage. Die Weltcup-Teilnahme ist also selbst zu finanzieren.
Die kürzlich durchgeführte Weihnachtsbaum-Versteigerung in Wiednitz hat 800 Euro eingebracht (TAGEBLATT berichtete). Unterstützung gibt es vom Verein, freut sich Anja Preuß. Die Gesamtkosten könne der natürlich nicht stemmen. „Deshalb sind wir kräftig am Sammeln.“ Unter anderem soll am 1. März eine Crowdfunding-Aktion auf dem 99Funken-Internet-Portal der Ostsächsischen Sparkasse starten. „Dort hoffen wir auf rege Beteiligung.“ Damit es mit dem Weltcup-Start in Hongkong klappt. Denn, dass „es so ein Verein wie wir, auch mal schafft, an einem solchen Wettkampf teilzunehmen, das hatten wir in unserer Vereinsgeschichte noch nicht. Das gab es auch sachsenweit noch nicht“, sagt die Trainerin nicht ohne Stolz.
Text: Ralf Grunert
Quellen-Angabe: Hoyerswerdaer Tageblatt/Sächsische Zeitung vom 21.2.2024
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